Was läuft schief?

Analyse
In Erstgesprächen höre ich meist viel über die belastende Situation oder die Krise, in der sich ein Mensch befindet. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie Menschen reagieren, wenn man sie fragt "Und? Wie geht es dir?"

Es gibt Menschen, die sich in Krisensituationen nur noch um sich selbst drehen und nicht erkennen können, welche Auswege es gibt.  Wenn Belastungen überhand nehmen, gerät das eigene Ich aus den Fugen und man beginnt, ein reines "Funktionieren" als angemessen zu bewerten.

Niemand kann eine wirklich ernste Krise wegreden, aber man kann sehr erfolgreich zu einem weniger belasteten Umgang damit anregen.

Nach einem Erstgespräch ist die so genannte "Aufstellung" die Basis der Systemischen Therapie. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, in der sich mein Gesprächspartner befindet.

Ich bin sehr neugierig, frage nach, bis ich es wirklich richtig verstanden habe. Und ich höre zu. Nur so kann ich einfühlend auf meine Gesprächspartner eingehen und die Sítuation richtig bewerten. Jeder Mensch ist Experte für sein eigenes Leben, daher kann jeder am besten selbst die Lösung erkennen.  Bei diesem Erfahrungsprozess biete ich durch verschiedene Methoden Unterstützung bei der Suche nach der richtigen Anwort an.

"Ist der Tod eines Angehörigen der einzige Grund für mein Unwohlsein, oder hatte ich mein Leben schon vorher nicht wirklich im Griff?"

Fragen wie diese werden in einem nicht belastenden Zusammenhang berührt. Dabei erkennen wir gemeinsam, welche Parameter für die belastende Situation verantwortlich sind.

Der wenig fördernde und wertschätzende Umgang des Ehepartners oder das Erreichen eigener Belastungsgrenzen sind bedeutende Nebenschauplätze. Vielleicht würden Sie den Tod eines Angehörigen innerhalb eines fördernden und gesunden System viel besser verkraften und gar nicht als Krise empfinden.

"Es geht um mich - natürlich!" Aber gerade "Kümmerer" - die sonst für alles und alle da sind, neigen dazu, sich in Krisensituationen völlig zurück zu nehmen, statt selbst Hilfe einzufordern. Das "Anderen helfen" füllt die Leere und lenkt ab von den eigenen Sorgen.

Das muss - je nach Schwere der Belastung und Dauer der Situation - irgendwann zu einer Belastungsreaktion führen. Dies kann man nur vermeiden, wenn man sich der eigenen Position bewusst wird und beginnt, sich wieder um sich selbst zu kümmern und Stärke aufzubauen.

Die Aufstellung hilft bei der Definition von Zielen, ist aber auch wichtiges Werkzeug, um die Situation zu visualisieren - auch um spätere Veränderungen aufzeigen zu können.
Die Familienaufstellung
Die Familie ist wohl das komplizierteste sozial-aktive System. Viele Prozesse laufen unbewusst und werden oft zu niemals abgesprochen Zielen gesteuert. Wer übernimmt welche Funktion mit welchem Ergebnis und wer ist belastet und wer belastet selbst? Eine Analyse durch eine Familienaufstellung hilft, das Rollenspiel zu deuten und zu erkennen, ob es förderlich ist, oder eher belastend.
Die Paaraufstellung
Schwierigkeiten kann es in Beziehungen immer wieder geben. Glück kann man nicht kaufen, man muss auch dafür arbeiten. Aber was tun, wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert? Die Paaraufstellung zeigt deutlich, wo sie stehen und wie Sie zu ihrem Partner stehen. Die Erkenntnis ist oft schmerzhaft, aber immer förderlich. Erkennen Sie, was der Partner von Ihnen erwartet, was er zu geben bereit ist und ob Sie die Ansprüche erfüllen wollen und wenn, dann zu welchem Preis? Oder liegt das Problem gar nicht in der Beziehung? Was, wenn die Beziehungskrise nur ein Symptom ist und die Gründe ganz woanders liegen?

Was bringt mir die Analyse?

Eine professionell erstellte Aufstellung macht allen System-Beteiligten bewusst, wie das System funktioniert. Wir erkennen Folgen von Handeln und können gleichsam Gründe für Handeln ermitteln. Das hilft dabei, einen lösungsfokussierten Ansatz zu finden. Krisen oder belastende Situationen erwachsen nicht selten aus unguten Systemen. Wer um die Schwächen des Systems weiß, kann daran arbeiten, es korrigieren oder sich notfalls auch daraus zurückziehen.